Man soll ja nie „Nie“ sagen, aber was sich gestern bei unseren Gästen abgespielt hat, habe ich so noch nicht erlebt. Ich bin mir auch nicht sicher, ob ich es nochmal erleben möchte. Bei Fußball würde man sagen „ohne Einwirkung des Gegners“ verletzen sich auf Venner Seite Nr. 1 und Nr. 2 so, dass sie gar nicht oder nur noch sehr eingeschränkt an den Tisch gehen konnten. Das es trotzdem wieder ein Spiel auf des Messers Schneide wurde, kann bei uns  als Naturgesetz für diese Saison einfach zur Kenntnis genommen werden.

Endlich mal wieder Großkampftage am Heideweg und auch die Halle wollte sich da nicht lumpen lassen. Temperaturen wie versprochen, und so standen den vier Belmer Mannschaften (Damen 1., 2., IV.) unterhaltsame Stunden bevor. Unserer Gäste aus Venne wie am Vorabend ohne ihre etatmäßige Nr.3, wir ohne Fritz und Slawa… Der Doppelstart, wie in dieser Konstellation fast schon üblich, eher schlecht. Henrik/Hermann mühten sich gegen Meyer-Holtkamp/Schmidt in fünf, wobei Meyer-Holtkamp schon da mit massiven Knieproblemen zu kämpfen hatte (3:2). Thomas/Christian chancenlos gegen Quebe/Menke (0:3), und André/Stefan glücklos gegen Köster/Köster (1:3). Die verlängerte Pause für Meyer-Holtkamp‘s Knie nutzte Henrik zu eine klaren Führung gegen Quebe, die aber im dritten Satz zu kippen drohte. Die 10:7 Führung des Gastes sollte aber nicht reichen, da dieser plötzlich von einem schweren Krampf in der Wade quasi niedergestreckt wurde. „Ich bin zu alt für diesen Schei…“ war da noch die harmloseste Bemerkung, denn von diesem technischen KO sollte sich Quebe nicht mehr erholen (3:0). Thomas spulte dann gegen den ebenfalls angeschlagenen Meyer-Holtkamp sein Programm so gut es ging herunter (3:0), nicht so einfach gegen einen humpelnden Gegner. Hermann absolvierte sein erstes Spiel des Nachmittages gegen C. Köster sehr souverän (3:0), was man von André nur im ersten Satz behaupten konnte. Gegen den unangenehm zu spielenden Menke  lief danach nur noch wenig zusammen, trotzdem lag ein fünfter Satz in der Luft, der aber denkbar knapp verpasst wurde (1:3). Stefan fand gegen Schmidt leider zu spät in Spiel und lief vergebens einem 2:0 Satzrückstand hinterher (1:3), wobei auch hier der fünfte nicht unmöglich schien. Christian hingegen legt los wie die berühmte Feuerwehr, Stand am Ende aber leider wiedermal vor der Asche einer 2:0 Führung (2:3).

Die zweite Halbzeit begann kurios. Quebe humpelte an den Tisch und lies sich gegen Thomas drei Sätze an- bzw. ausspielen, Meyer-Holtkamp verzichtete gar gänzlich auf das Spiel gegen Henrik. So wurde  innerhalb weniger Minuten aus dem 4:5 Rückstand  eine 6:5 Führung, die Hermann mit einem blitzsauberen Auftritte gegen Menke sogar noch erhöhte (3:0). André gegen C. Köster hingegen erstaunlich konzept- / ideen- und somit chancenlos (0:3), so dass Teil zwei des „unteren Paarkreuz-Dramas“ umgehend  beginnen konnte. Schnell machte sich bei den Zuschauern ungläubiges Staunen breit, denn sowohl Stefan (vs. J. Köster) als auch Christian (vs. Schmidt) liefen wieder 2:0 Satzrückständen hinterher. Doch plötzlich ging fast parallel ein Ruck durch beide Jungs und es wurde um jeden Balle gekämpft, die nötige Spannung und der Wille, diese Spiele zu drehen, waren da. Es kam so wie es kommen musste: Christian vergibt im fünften seinen ersten Matchball mit….natürlich einem Fehlaufschlag, um dann doch nach Abwehr eines selbigen seine Mannschaftskollegen erleichtert jubeln zu lassen. Gleiches war Stefan nach toller kämpferischer Aufholjagd leider nicht vergönnt, wobei sein Gegenüber einen Matchball erstaunlich abgebrüht abwehren konnte. Somit blieb es wie im Hinspiel Henrik und Hermann vergönnt, den Schlussstrich unter dieses sehr unterhaltsame Spiel zu setzen. Der immer noch humpelnde Quebe und sein Doppelpartner Menke wehrten sich nach allen Regeln der Kunst gegen das vermeidlich Unausweichliche, doch nach vier konzentrierten Sätzen unseres Spitzendoppels hatte der Spuk für die unglücklichen Gäste eine Ende!

Fazit: Man hat doch noch nicht alles im Tischtennis erlebt, und wenn es mal gut (oder schlecht) läuft, gewinnt (oder verliert) man solche Spiele. In zwei Wochen gibt es die nächste Nagelprobe gegen Hollage II, sie sollten gewarnt sein…

Thomas