Perspektivwechsel – Der 23. Mann

Wenn von Fußball die Rede ist, sprechen die Meisten von 22 Mann die einem Ball hinterherrennen. Doch oft wird der wichtigste Akteur auf dem Feld vergessen – nämlich der Schiedsrichter. Ohne ihn fänden wohl die wenigsten der Fußballspiele, die wöchentlich in ganz Deutschland ausgetragen werden, statt. Doch wie werde ich eigentlich Schiedsrichter und welche Vorteile kann ich aus dieser Tätigkeit ziehen?

Die Voraussetzungen Schiedsrichter zu werden, sind zum einen, dass man mindestens 14 Jahre Alt und Mitglied in einem Fußballverein sein muss, über den man dann versichert ist. Entgegen einiger Annahmen ist es nicht erforderlich aktiv Fußball zu spielen oder gespielt zu haben. Jedoch sollte das Interesse am Fußball gegeben sein. Zudem ist eine Einsatzbereitschaft von mindestens 20 Spielen und einem Besuch von 4 Lehrabenden im Jahr erforderlich. Die Eignung zum Schiedsrichter wird dann in 30 Regelfragen überprüft. Mit maximal 4 Fehlern gilt der Test als bestanden und dem Weg zum aktiven Schiedsrichter steht nichts mehr im Weg.

Bin ich dann erst einmal Schiedsrichter fängt man, wie in fast allen Berufen, unten an. Jugendspiele aber auch unterklassige Herrenspiele stehen in den ersten Partien auf dem Programm. Dabei gibt es in vielen Kreisen bereits ein Patensystem. So wird mir als junger, unerfahrener Schiedsrichter in der ersten Zeit ein erfahrener Schiedsrichter (Pate) zur Seite gestellt, der mir Tipps und Unterstützung geben kann.

Durch das regelmäßige Pfeifen betätigt sich jeder Schiedsrichter bei Wind und Wetter sportlich und kommt so an die frische Luft und bleibt dadurch fit. Aber nicht nur der gesundheitliche Aspekt bringt mir einen Vorteil, sondern noch vieles mehr. In den Jahren als Schiedsrichter reift eine Persönlichkeit heran. Dazu gehören die Zunahme des Selbstbewusstseins aber auch die der Stressbeständigkeit. Denn er muss oft in schwierigen Spielen in nur wenigen Sekunden entscheiden wie das Spiel fortgesetzt wird und auch unpopuläre Entscheidungen selbstbewusst verkörpern. Des Weiteren lernt ein Schiedsrichter jede Woche neue Charaktere kennen und muss versuchen mit ihnen umzugehen, dabei verbessert sich seine Menschenkenntnis. Welches aber mit der schönste persönliche Vorteil ist, sind die gemeinsamen Stunden, die man mit seinen Assistenten im Team verbringt und zusammen einiges erlebt. Ebenfalls ist der freie Eintritt bei Spielen auf DFB Ebene sehr attraktiv. Somit prägt die Schiedsrichterei einen Menschen in vielerlei positiver Hinsicht und jeder kann eine neue Perspektive auf ein Fußballspiel erhalten.